Biotonne muss nicht müffeln!

Reden wir nicht drum rum: Bioabfall gehört zu den weniger angenehmen Abfallfraktionen im Haushalt, eben weil er „bio“ ist, sprich, weil es in ihm lebt. Fliegen legen gerne ihre Eier hinein, die wir wenig später als krabbelnde Maden wahrnehmen. Und was wir nicht sehen können, weil es zu klein ist, kann uns dennoch unangenehm in die Nase steigen. Fäulnisprozesse sind ja durchaus erwünscht aber erst in der Biogasanlage, nicht schon in der Tonne. Was also tun?

Kalt hält länger

Damit Lebensmittel länger halten, packen wir sie in den Kühlschrank. Und wenn sie noch länger halten sollen, frieren wir sie ein. Warum? Ganz einfach, weil Zersetzungsprozesse umso langsamer verlaufen, je kühler die Umgebung ist. Theoretisch wäre Bioabfall im Sommer mithin am besten im Kühlschrank aufgehoben. Weil das aber nun wirklich pure Theorie ist, behelfen wir uns mit einem schattigen Standplatz für die Tonne. Wer seine Biotonne im kühlen Schatten aufbewahrt statt in der prallen Sonne, hat schon sehr viel gewonnen!

Zauberformel Trockenheit

In früheren Zeiten sind Kriege geführt worden um den Besitz von Salz. Sein Wert bestand weniger in der würzenden Wirkung als darin, dass Salz Feuchtigkeit bindet. Ohne Wasser kein Leben. Salz war das Konservierungsmittel schlechthin.
Für die Biotonne reicht indessen Papier. Wenn Sie Bioabfälle portionsweise, wie sie eben anfallen, in Zeitungs- oder Küchenpapier einschlagen und erst dann in die Tonne geben, entziehen Sie dem fäulnisanfälligen Biogut einen Gutteil des – zum Faulen – benötigten Wassers. 

Der Trick mit dem Stäbchen

Ergänzend zum Feuchtigkeit entziehenden Papier kann man es mit Belüftung versuchen. Ein Keil zwischen Tonne und Deckel sorgt dafür, dass Feuchtigkeit verdampfen kann. Das klappt nicht immer, aber einen Versuch ist es wert.

HighTech – der Filterdeckel

Wer sich um gar nichts kümmern will und dafür bereit ist, ein wenig Geld auszugeben, leistet sich einen Filterdeckel. Dieser schließt die Tonne (fliegen-) dicht ab und neutralisiert den Geruch der austretenden Gase. Keine Maden und kein Müffeln. Der Filterdeckel für die 120-Liter-Standardtonne und/oder für die 240-Liter-Biotonne kosten einmalig 12,50 Euro, beziehungsweise 25,00 Euro und monatlich 90 Cent für die Wartung, einschließlich Ersatz bei Beschädigung und regelmäßigem Tausch des Filtermaterials. Sie können den Filterdeckel telefonisch bestellen (04331/345-123) oder per E-Mail (service@awr.de)